Welpentraining im Alltag – Das richtige Maß an Aktivität

Wenn ein neuer quirliger Welpe einzieht, hat man stets das Gefühl ihn beschäftigen zu müssen. Doch unterschätzt man dabei, dass ein junger Hund sehr viel mehr Ruhe benötigt, als man denkt. 

Richtig Spielen und Toben

Rangeln, Toben und Spielen fördert auf jeden Fall die Bindung zum Welpen und bereitet ihm natürlich viel Spaß. Dabei ist aber darauf zu achten, dass man es nicht übertreibt. Gut geeignet zum Spielen sind Plüschtiere, Seile und Kauknochen. Man kann ein bisschen darum Kämpfen und spielerisch das Kommando „AUS“ lernen. Einfach zwischendurch immer mal wieder „AUS“ sagen und dem Hund das Seil o.ä. abknöpfen. So lernt er auch für den Ernstfall etwas aus seinem Maul fallen zu lassen. Während des Spiels bekommt er sein Seil schnell zurück, sodass es für ihn eine Belohnung nach dem Signal „AUS“ ist. 

Tricks lernen

Rassen wie der Pudel sind sehr schlau und lernen gern neue Kommandos und Tricks, natürlich gegen eine leckere Belohnung. Auch Tricks lernen ist eine anstrengende Aktivität und man sollte immer nur ein paar Minuten üben und dann das Kommando ein anderes Mal vertiefen. So überfordert man den Welpen nicht, sondern hat eine schöne Beschäftigung für ihn. Auch sollte man die Übung stets an verschiedenen Orten wiederholen. Nur weil der Trick Zuhause im Wohnzimmer klappt, heißt das noch lange nicht, dass er draußen im Wald unter Ablenkung funktioniert. Also geduldig bleiben und es immer wieder probieren.

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Richtig Spazieren gehen

Die ersten Tage geht man mit seinem kleinen Welpen sicherlich noch nicht spazieren. Das wäre zu viel Neues und an einen angenehmen, zügigen Spaziergang, wie man ihn sich vorstellt, ist sicher noch nicht zu denken. Wenn man das Gefühl hat, der Welpe hat sich gut im neuen Zuhause eingelebt und ist bereit für eine kleine Runde, sollte man mal wieder nicht übertreiben! Startn sollte man in einer reizarmen Umgebung (sehr ruhige Straße, Waldweg), wenn möglich, und sich dann in aufregendere Gegenden vorarbeiten. Als Faustregel gilt pro Lebensmonat 5 Minuten Spazieren, bzw. pro Woche 1 Minute, also bei 12 Wochen dann 12 Minuten. Eine Leine ist natürlich auch ungewohnt, am besten schon einmal vorab im Wohnzimmer mit Halsband und Leine üben und eine kleine Runde durch das Haus, die Wohnung oder den Garten machen. Beim ersten Mal so richtig draußen hatte Moki auch noch Angst vor Autos, Fahrrädern und anderen Fußgängern, wir haben ihn aber nicht beschwichtigt, sondern sind immer weitergegangen, als wäre es das normalste auf der Welt. Was es ja auch ist! Nach nur einer Woche fand er das auch, er guckt zwar immer noch interessiert, aber stoppt nicht mehr oder weicht zurück. Einfach dranbleiben und eine positive Ausstrahlung an den Tag legen, das färbt nämlich ab.

Welpenschule

Auf jeden Fall würden wir auch empfehlen zusammen eine Welpenschule zu besuchen, man lernt nicht nur grundlegende Kommandos, sondern sozialisiert den Hund auf spielerische Art. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Gruppe möglichst ausgewogen ist, d.h. gleich große und gleich alte Hunde sollten miteinander spielen. Man lernt u.a. wie man seinem Hund Schutz bieten kann, wenn er ängstlich wird: Abhocken und den anderen vielleicht etwas zu aufdringlichen Welpen etwas wegschieben. Außerdem bekommt man Tipps zum allein bleiben und Fragen werden beantwortet. Mit jeder Stunde lernt man etwas dazu!

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Ruhe & Entspannung

Am wichtigsten bei allen Aktivitäten ist es aber auf die Ruhephasen zu achten! Welpen sollten pro Tag ca. 17 bis 20 Stunden schlafen, dösen oder ruhen; d.h. die aktiven Phasen sollten immer nur kurz sein. Moki kommt schwer zur Ruhe, was bedeutet, dass wir „sanfte“ Gewalt anwenden müssen, um ihn vom Toben abzuhalten. Wir locken ihn dann mit einem Spielzeug in seine Schlaf-Box, wo er nach kurzer Zeit einnickt. Davor kann er auch mal buddeln oder ein bisschen meckern, aber man sollte einfach konsequent bleiben, wie mit allem. Wahrscheinlich verhält es sich ähnlich wie mit einem übermüdeten Kind, das irgendwann nur noch quengelt, aber eigentlich nichts mehr braucht als eine Mütze Schlaf. Nach einem ausgedehnten Nickerchen geht dann alles wieder von vorne los: Zur Toilette, Fressen, Spielen, ein paar Kommandos lernen, Kuscheln und dann wieder Schlummern. 

Rastlosigkeit

Wenn Moki könnte, würde er den ganzen Tag hinter uns herlaufen, in die Toilette, unter die Dusche, einfach überall hin. Um das einzudämmen, sollte man stets die Türen hinter sich verschließen, wenn man ins Bad geht, ein bisschen Privatsphäre sollte ja schon sein. Auch in der Küche oder im Hauswirtschaftsraum kann eine schnüffelnde Hundenase nerven oder gefährlich sein. Wenn man kocht oder etwas wegräumt kann einem der Welpe ungewollt unter die Füße geraten, um das zu verhindern, kann man ihn entweder für die Zeit in einen anderen Raum mit seinem Bett oder Spielzeug bringen oder man bringt ihn in seine Box oder aber man macht ihn an seiner Leine fest. So kann man ohne Angst ihn zu verletzten hantieren und seinen Haushalt erledigen. Außerdem hat der Welpe einen festen Radius, in dem er sich bewegen kann und hat nicht ständig den Druck hinter einem herlaufen zu müssen. Für beide Seiten kann das also eine Erleichterung sein.

Kuscheln

Die meisten Welpen sind leider gar nicht so kuschelig, wie man sie sich wünscht. Sie wollen alles mit ihrem Maul ertasten, was uns natürlich manchmal weh tut, die Milchzähne sind nämlich noch ziemlich spitz. Hier hilft es eine Kau-Alternative z.B. ein Seil anzubieten. Gerade am Kopf werden junge Hunde ungern intensiv getätschelt, besser ist es da an der Brust zu kraulen oder mit der glatten Hand den Rücken zu streicheln, so kann man seinem Welpen ohne Blessuren nahekommen. Mit der Zeit werden Hunde aber empfänglicher für Streicheleinheiten, also geduldig bleiben.

3 Idee über “Welpentraining im Alltag – Das richtige Maß an Aktivität

  1. Elena sagt:

    Hallo Team Moki, die Welpenbox diente als Schlafplatz und Ruheplatz. Hattet ihr dann zwei Boxen? Eine im Schlafzimmer und eine im Wohnzimmer? Ab der ersten Nacht schlief Moki darin. Habt ihr ihn aktiv reingeschickt? Wurde er auch tagsüber reingeschickt oder als “Strafe”, wenn Moki zu sehr aufgedreht war oder einfach zu anhänglich war?

    • Khang sagt:

      Hallo Elena! Wir hatten nur eine Welpenbox und hatten diese sukzessiv als attraktiven Ort aufgebaut. Am Anfang Leckerlis reingesteckt und fleißig gelobt wenn er drin war. Mal eine Minute drin, dann zwei und so weiter. Wir hatten die am Anfang im Wohnzimmer, da er dort geschlafen hat. In den ersten zwei, drei Nächte allerdings in unserem Schlafzimmer. Was hätten wir anders gemacht? Eigentlich von der Prozedur genau gleich, aber wir hätten dann einfach die Schlafbox vom Schlafzimmer, jede Nacht ca. 1 Meter weiter wegstellen sollen. Das wäre dann super smooth gewesen, aber so wie wir es gemacht haben, ging es auch: ab der dritten Nacht im eigenen Zimmer (hat auch nicht mehr gejault!). Hoffe, dass das hilft.

      • Elena sagt:

        Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das hilft sehr. Da wir unsere Nachbarn nicht belästigen wollen und die Hundehaltung so ruhig wie möglich gestalten wollen, mache ich mir um die Dinge Sorgen, die zu bellen oder jaulen führen. Die Eingewöhnung hinsichtlich Welpenbox und das “alleine sein” üben sind die schlimmsten Dinge meines Erachtens. Bellt Moki wenn es klingelt? Was unternimmt ihr dagegen?

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