Hund belastet die Beziehung?

Beziehungsprobe durch Welpen?

Als junges Paar kommt irgendwann im Laufe der Beziehung der Punkt, an dem man über Nachwuchs nachdenkt. Man ist seit längerem zusammen, hat fast alle Punkte auf der „bucket list“ (wie exotische Urlaubsziele & Co.) abgehakt, ist verlobt oder schon verheiratet und denkt sich „für ein Kind ist es NOCH zu früh, aber ein Welpe wäre die ideale Ergänzung für die Familie!

Man öffnet Google und browst durch diverse Züchtersteckbriefe… Nur um einfach mal zu „stöbern“ versteht sich, doch plötzlich stolpert man über eine Seite:

Oh, hier steht, dass es nur noch einen einzigen Welpen aus dem letzten Wurf abzugeben gibt und zwar den Traumhund: einen Zwergpudel in apricot! (Genau so plant es das Universum doch :D)…Mensch, den kann man sich ja einfach unverbindlich anschauen, sicherheitshalber aber lieber Geld mitnehmen, falls man auf die Idee kommt, ihn direkt zu reservieren.

Auf einmal ist man im Welpenblues

Und ab diesem Zeitpunkt geht alles weitere ganz, ganz schnell und ehe man sich versieht, hat man ein paar Wochen später den kleinen Zwerg Zuhause und könnte kaum glücklicher sein. Doch nach einiger Zeit kehrt die Realität zurück und es kann passieren, dass man sich mitten im Welpenblues wiederfindet. (s. dazu fortführendes video). Den einen trifft es mehr, den anderen weniger. Man muss sich neu arrangieren, sein Leben rund um den Hund planen, zumindest am Anfang braucht er noch sehr viel Aufmerksamkeit und regelmäßiges Training. Wer macht nun was? Wie teilt man sich am besten auf? Muss ich schon wieder mit ihm raus? Ich war doch schon die letzten drei Male und du heute nach gar nicht…

Nun, die Frage, die wir heute behandeln wollen:

Wie wirkt sich ein Hund auf die Beziehung aus? Was verändert sich durch den neuen Mitbewohner?

Hier unsere wichtigsten Erkenntnisse zum Thema Hund & Beziehung: 

Hinweis: Das sind individuelle Einzelerkenntnisse – eure Erfahrungen können komplett anders sein.

Was sind so die größten Baustellen, mit denen wir zu kämpfen hatten? Hier einmal vier Stück aufgelistet:

  • 1. Zeit: Zu allererst soll gesagt werden, dass der Hund ein sehr großer zusätzlicher Einflussfaktor im Leben wird. Neben Haushalt, Job, Hobbies, Freunden, Familie und womöglich noch Kindern, kommt jemand hinzu der mindestens 10-15 Jahre bei euch einziehen wird und täglich viel von eurer Zeit benötigt. Zeit, die man sonst zu zweit verbracht hat, verbringt man nun zu dritt. Es ist immer noch jemand mit dabei. 😉 Das sollte man bedenken und sich damit arrangieren…
  • 2. Zusätzliche Abstimmungen (untereinander): Plötzlich werden spontan geplante Dinge komplexer und man muss sich oft abstimmen. Ein sehr häufiger Dialog war bei uns beispielsweise so: „Ich habe einen Termin reinbekommen, kannst du dich um Moki kümmern?“ – „Oh Mist, der liegt genau auf einem anderen Termin von mir. Solange kann er jetzt aber nicht alleine Zuhause bleiben… Du musst schieben, mein Termin steht schon seit Wochen“… oder: „Wir müssen zu einer Familienfeier… bei wem könnten wir Moki solange abgeben. Bei meiner Freundin war er letztes Mal, wen können wir von dir fragen?“ 
  • 3. Konfliktpotentiale: Die zusätzliche Abstimmung führt dann unweigerlich zu Konflikten. Besonders Dinge wie: Darf der Hund mit ins Bett oder generell mit aufs Sofa? Vom Tisch füttern ja/nein? Wenn Besuch kommt, wie geht man mit ihm dann um? Wieso bekommt er jetzt schon wieder Leckerlis von dir? ODER… Ich war jetzt die letzten 7 Tage immer morgens und abends mit ihm draußen, jetzt kannst du auch mal diese Runden mit ihm machen… auch wenn du früh raus musst.
  • 4. Verantwortung übernehmen: Nun ist plötzlich jemand da, für den man Verantwortung übernehmen muss. Das hatten wir beide vorher noch nicht gehabt. Es kommt dann tatsächlich heraus, wie verlässlich die Beziehung und auch der Partner ist. Werden alle aufgeteilten Aufgaben dann auch erledigt? Und das ist nicht nur wer mit dem Hund rausgeht, sondern auch Themen wie Haushalt, Einkaufen, Termine, etc.

Wie sind wir mit den Dingen umgegangen?

Jetzt nach drei Jahren können wir sagen, dass es sich gut eingespielt hat. 

Aber es lief nicht immer rund… 

Die Routinen sind unterschiedlich

Wir haben festgestellt, dass es pro Lebensphase unterschiedliche Routinen gibt. Als Welpe oder Junghund hatte Moki eine andere Routine, als als erwachsener Hund. Darauf muss man sich als Paar immer wieder neu einstellen. Am Anfang hat es natürlich häufig im Alltag geruckelt, aber je älter Moki wurde, desto gefestigter ist seine Routine und der Tag sehr strukturiert und planbar, z.B. jeden Tag die gleichen Gassi-Zeiten. Wichtig ist, sich fair aufzuteilen, sodass jeder ähnlich viel Zeit investiert.

Objektiv & offen darüber sprechen

Außerdem hat es uns sehr geholfen einfach offen und vor allem objektiv über die Themen zu sprechen, bei denen wir noch keine klare Linie gefunden hatten, wie z.B. darf der Hund nun generell auf die Couch oder nicht?! Da mussten wir klare Regeln aufstellen, die dann immer von BEIDEN zu befolgen sind. Wenn es bei Erziehungsfragen Unklarheiten gibt, kann eventuell auch ein Hundetrainer helfen, der neutral auf die jeweilige Situation blickt.

Das “Alleine Bleiben” für mehr Quality Time

Ebenso haben wir zeitnah das „alleine bleiben“ aufgebaut, damit wir auch mal wieder kurz zu zweit etwas unternehmen konnten. Wenn das mit dem alleine bleiben noch nicht klappt, kann man als Alternative auch  seine Eltern oder Freunde fragen, ob sie den Hund vllt. mal 2-3 Stunden nehmen könnten. 

Die Grundhaltung passt sich an

Ein großer Faktor bei all den Sachen ist natürlich auch die innerliche Grundhaltung. Natürlich ist man am Anfang total unentspannt und will alles richtig machen, weil es eben “perfekt“ sein soll. Mit der Zeit hat sich diese Haltung natürlich deutlich entspannt und als Folge dessen ist Moki auch ruhiger geworden. Nur weil ein anderer Hund dies und jenes schon kann und beherrscht, muss es der eigene Hund noch lange nicht können. Man muss sich immer nur um die Dinge kümmern, die für einen selbst besonders wichtig sind.

Deswegen unser persönliches Fazit dazu

Ein Hund deckt ganz leicht die Konfliktpotentiale in einer Beziehung auf, die es gemeinsam im Alltag zu lösen gilt. Er ist womöglich die beste Vorbereitung für alle weiteren Dinge, die man gemeinsam zusammen angehen möchte. Und nach einer gewissen Zeit geht man gelassener an die Sache heran…man ist eingespielter und kennt die Stärken und Schwächen des Partners noch besser.

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Eine Idee zu “Hund belastet die Beziehung?

  1. Hildegard Haarhoff sagt:

    Unser Zwergpudel BALOU ist jetzt 14 Wochen alt . Wir haben euer gesamtes Pflegeequipment gekauft 👍 lese gerne eure Erfahrungen

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